TS-6532-L - Motorraum wird renoviert!

Neue Tapeten...

Winter 2000/2001 - Jetzt, wo der Motor ausgebaut ist, sind plötzlich Stellen zugänglich, die wohl zuletzt von dem Mechaniker angefasst wurden, der das Auto damals, an jenem letzten Donnerstag im Mai 1955, zusammengebaut hat.

Inzwischen ist bekannt, dass es vor dem Lunch war.

Anders kann ich mir den Dreck und Rost im Bereich der Motoraufhängung nicht vorstellen.

Die Substanz des Materials an Rahmen und Blech ist ausgezeichnet und so wird wohl nach dem Säubern ein Anstrich mit Grundierung und schwarzem Rahmenlack genügen.

Roststellen unter dem Lack

Aber..., da ist er wieder, der Gedanke: Ist das nicht eine gute Gelegenheit, die Karosserie ganz abzunehmen; wenn man schon einmal so weit ist????

Na, hier siegt aber die Vernunft. Da war doch was mit "Wespennest", oder so.... Also, wenn man einmal anfängt, irgendwo abzuschrauben, weiß man nie was hinter der nächsten Verkleidung steckt.

Ein gutes Beispiel ist hier der Kupplungs/Brems-Doppelzylinder. Rundherum sieht alles im eingebauten Zustand recht ordentlich aus. Nur leicht sind kleine Rostansätze zu erkennen.

Doppelzylinder in eingebautem Zustand Überraschung!

Nach dem Ausbau des Teils wird aber schnell klar, dass hier Regen- oder Schwitzwasser ihr Unwesen getrieben haben und dringend vorbeugende Maßnahmen ergriffen werden müssen.

Bei genauem Hinsehen sind die Gummibälge der Stößelstangen auch eingerissen und sollten erneuert werden. Na, am Besten wir reinigen den ganzen Doppelzylinder und spendieren ihm gleich einen Reparatursatz; jetzt, wo wir schon mal so weit sind....

Ist das Auto etwa ein "Blender"? Mmh..., es gibt wohl Schlimmeres.

Von Tag zu Tag kratze ich immer mehr Lack vom Blech und finde doch tatsächlich an einer recht unzugänglichen Stelle der Spritzwand Reste der schwarzen Originalfarbe unter dem weißen Anstrich.

Es kommt mir vor, als ob ich einen Schatz gefunden hätte: die Originalfarbe von vor 46 Jahren!

...wer sagt hier: "Der spinnt!"?

Jedenfalls erstrahlt der Motorraum nach Ostern wieder in neuem Glanz und wartet darauf, mit Motor ausgefüllt zu werden; aber davon später.

Strahlender Motorraum

Mit Füssen getreten

Ich ertappe mich dabei, irgendwie zwanghaft an jeder Schraube zu drehen, die einen Anflug von "Patina" (=anderes Wort für Rost?) besitzt.

Und so fallen mir, nach einigen Umdrehungen an weiteren Schrauben, Brems- und Kupplungspedal samt Halter entgegen.

Auch hier ist reinigen, entrosten und neu lackieren angesagt. Und die vier Lagerbuchsen nicht vergessen! Halt, die Lagerbuchsen des Kupplungspedals bewegen sich ja mitsamt Pedalarm und -welle.

Das darf ja nicht wahr sein - festgebacken!

Hier hilft nur Rostlöser und Geduld, vielleicht auch ein wenig Wärme und eine ganz kleine Portion Gewalt. Endlich ist die Welle draußen. Der Zahn der Zeit hat mächtig an ihr genagt und sich auch in den Lagerbüchsen verbissen. Die Welle muss erneuert werden und am Besten auch gleich die beiden angeknabberten Stößelstangen der Bremshebel.

Das ist genau die richtige Arbeit für einen Maschinenbaulehrling im zweiten Jahr. Da kennen wir doch bestimmt jemanden?!

Einige Tage später strahlen mich zwei neue Stößelstangen und eine VA-Pedalwelle mit neuen Buchsen an. Das sollte eigentlich "ewig" halten.

Überarbeiteter Doppelzylinder Neue Stößelstangen und Faltenbälge

Die Arbeit hat sich offensichtlich gelohnt!

Auch "untendrunter" sieht es wieder ordentlich aus
Die Schaltzentrale